Abholzung und Erosion

Abholzung

Jährlich verschwinden auf Madagaskar 200 000 Hektaren Wald. Das entspricht der Fläche der Kantone Zürich und Basel. 90 % des ursprünglichen Waldes sind bereits abgeholzt.
Auf den brandgerodeten Flächen werden Maniok, Trockenreis und Mais angepflanzt, oder es entstehen neue Weideflächen für die ca. 10 Mio. Zebus. Diese sind aber nicht in erster Linie Fleisch- und schon gar nicht Milchlieferanten, sondern gelten als Statussymbol und Kapitalanlage und werden als Arbeitstiere gebraucht.

Auch Bauholz wird in grossen Mengen für den Eigenbedarf benötigt, exportiert wird nur wenig Holz.

Auf dem Hochplateau sieht man zudem immer wieder Türme von aufgeschichteten Backsteinen aus Lehm. Die stark wachsende Bevölkerung braucht neuen Wohnraum. Um die Backsteine zu brennen, muss eine Woche lang ein Feuer unterhalten werden.

Am meisten Holz brauchen die Madagassen aber zum Kochen in Form von Holzkohle. 80 % des Holzschlags wird für das Kochen auf dem offenen Feuer verwendet. Da ein breiter Gürtel um die Städte bereits kahlgeschlagen ist, befinden sich die Köhlereien heute 50 -100 km von den Städten entfernt. Ganze Dörfer leben von der Herstellung von Holzkohle. In der Stadt muss eine madagassische Familie ca. 1/5 bis 1/4 des durchschnittlichen Monatseinkommens allein für Holzkohle aufwenden. Auf dem Land wird das Holz zum Kochen meistens aus den nächstgelegenen Wäldern geschlagen. Dadurch gehen jedes Jahr grosse Waldflächen verloren.

Hier setzt das ADES Solarkocher-Projekt an. Durch alternative Kochmöglichkeiten soll es der Bevölkerung ermöglicht werden von Holzkohle oder Holz unabhängiger zu werden.


Erosion

Oft wird nach 3-4 Jahren ein neues Stück Land gerodet, da die fruchtbare Erde ausgelaugt ist. Die dünne Humusschicht wird zudem bei den tropischen Regengüssen fortgespült und braune Flüsse durchziehen das Land, sie transportieren die kostbare Erde ins Meer.

Es kommt zu Überschwemmungen, die wenigen Strassen werden schwer passierbar. Die Erosion schreitet fort und hinterlässt hässliche, unheilbare Wunden in der Landschaft. Der Boden wird für jeden Anbau unproduktiv.



Abholzung














Holzkohledorf mit abgeholzter Hügellandschaft








Erosion
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