Vorgeschichte

Schlaflose Nächte zwingen zum Handeln

Regula Ochsner, die Initiantin des Solarkocher-Projektes in Madagaskar, war von 1972 bis 1975 als Animatorin in Frauenprojekten für die schweizerische Entwicklungshilfe (heute DEZA) in Tuléar im Süden von Madagaskar tätig. Im Jahr 1998 bereiste sie erneut Madagaskar und musste schockiert feststellen, dass inzwischen ganze Wälder abgeholzt worden waren und dadurch auch ein Teil der vielfältigen und einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt verloren gegangen war

Es wurde ihr bewusst, dass das Land innert kurzer Zeit seiner Lebensgrundlage beraubt sein würde, wenn diese Abholzung so weiterginge. Da der grösste Teil des Holzes für die Zubereitung der Mahlzeiten verwendet wird, meistens in Form von Holzkohle, suchte sie nach alternativen Kochmöglichkeiten.

Nach einigen schlaflosen Nächten war ihr klar: Hier muss etwas geschehen.


Das Solarkocher-Projekt entsteht

Zurück in der Schweiz erkundigte sich Regula Ochnser nach alternativen Kochmöglichkeiten. Nach längerem Suchen stiess sie auf Eduard Probst, einen pensionierten Schreiner in Hölstein. Dieser hatte bereits vor über 20 Jahren, angeregt durch Beobachtungen bei Beduinen in der Sahara, einen Sonnenkocher entwickelt, der unterdessen in vielen Ländern eingesetzt wird. Eduard Probst, der auch Gründer des Fördervereins für Solarkocher ist, war sogleich von der Idee begeistert. Und so kam es, dass im Herbst 2000 ein Container mit 500 Bausätzen für Sonnenkocher nach Tuléar geschickt wurde. Das Solarkocher-Projekt Madagaskar war geboren. Zu Beginn des Jahres 2001 wurden die ersten Solarkocher von madagassischen Schreinern unter einem Zeltdach hergestellt.

Eine grosse Hilfe für den Erfolg des Sonnenkocherprojektes war Daniel Ramampiherika, madagassischer Professor für erneuerbare Energien an der Universität in Tuléar. Er ist auch Präsident einer lokalen Umweltschutzorganisation und erklärte sich spontan zur Zusammenarbeit bereit. Er selber hat schon seit Jahren eigene Prototypen von Solarkochern entwickelt, jedoch fehlten ihm die finanziellen Mittel, um seine Ideen zu verwirklichen und zu propagieren.

In den Dörfern, in denen Regula Ochsner früher gearbeitet hatte, wurden die Solarkocher erstmals vorgeführt. Die Funktionsweise und die Vorteile der Solarkocher überzeugten. Das Echo der Bevölkerung war gut. Fast jede Familie der Dörfer Miary und Antakoaky wollte einen Solarkocher auf Abzahlung erwerben. Dank Reportagen am Radio und Fernsehen wurde das Sonnenkocherprojekt weiter bekannt.



Abholzung und Erosion












Herstellung von ersten Solarkochern in Tuléar


Kochdemonstration in einem Dorf

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